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Trend'n Lifestyle

Frühlingsgefühle
Wenn im Frühling die Natur erwacht, wirkt der Duft, der überall in der Luft liegt, wie Doping fürs Gemüt. Nicht umsaonst nennt man den Mai: Wonnemonat
 

Kaum steigen die Temperaturen,befreien wir uns von den dicken wärmenden Stoffen und zeigen wieder mehr Haut. Prompt sind wir auch empfänglicher für bestimmte Reize als sonst im Jahr.

Schuld daran sind unsere Hormone. Die reagieren auf Licht, das durch die Augen-Netzhaut ins Gehirn gelangt. Die Lichtmenge steuert in der Zirbeldrüse die Produktion des Schlafhormons Melatonin - im Frühjahr wird weniger produziert, im Winter mehr. Die kürzeren Nächte im Vorsommer erhöhen also die Aktivität und damit die sexuelle Erregbarkeit, sie sorgen also für die berühmten Schmetterlinge im Bauch.

Hormone sicherten schon von jeher die besten Überlebenschancen

Die Wirkung von Hormonen erforscht das Münchner Max-Planck-Institut Dass die Botenstoffe im Lenz verrückt spielen, stammt aus der Frühgeschichte der Menschheit, ist ein Überbleibsel unserer Vorfahren.

Ein überlebenswichtiger Urinstinkt : "Natürlich gibt es Frühlingsgefühle beim Menschen wie es auch Frühlingsgefühle bei den Tieren gibt. Der biologische Hintergrund ist letztendlich die saisonale Veränderung verschiedener Hormone: der Sexualhormone, Schilddrüsenhormone und anderer, deren biologischer Sinn letztendlich ist, dass die Neugeborenen zu einem Zeitpunkt geboren werden und bessere Überlebenschancen haben, wo das Nahrungsangebot am größten ist. Im übrigen wissen wir natürlich auch, dass die Stimmung im Frühjahr bzw. Sommer besser ist als im Herbst bzw. Winter."

Die Stimmung ist sogar so gut, dass wir uns angeblich bevorzugt im Frühjahr verlieben. Als Beleg dafür gilt: gerade im Wonnemonat Mai zeugen wir besonders viele Wonneproppen.
 
Alles anders! Alles Einbildung! Das zumindest sagt der Freiburger Hormon-Experte Martin Reincke. Er hat festgestellt, dass die Lenz-Lust der Zivilisation zum Opfer gefallen ist.
"Frühlingsgefühle – zumindest hormonell gesteuerte Frühlingsgefühle – die gibt es nicht, oder zumindest nicht mehr. Unsere Existenz hat sich sehr verändert. Wenn Sie an Naturvölker denken, die völlig anders gelebt haben oder heute noch leben als wir moderne Menschen. Und dieses bedeutet für uns, dass das, was früher Sexualität und Fortpflanzung gesteuert hat, nicht zum Tragen kommt."
 
 
 
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